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Überlegungen zu STEREO

Posted on November 22nd, by Christian Wenger in Analog, Lautsprecher & Verstärker, Musikhören. No Comments

Die Erfindung von stereophoner oder binauraler Tonwiedergabe geht zurück in die 1930er Jahre. Die ersten Stereo-Schallplatten gab es Ende der 1950er Jahre zu kaufen. In den 1960er Jahren setzte sich Stereo durch. – Und immer noch hören wir in Stereo.

Man fragt sich zu Recht, warum Stereo immer noch die am weitesten verbreitete Methode ist, Musik räumlich wiederzugeben, wenn man an die vielen Tonformate denkt, die kamen und gingen und teilweise auch geblieben sind. Bei näherer Betrachtung gibt es vier Gründe für den Erfolg von Stereo:

I. Nahe am Original
Musikwiedergabe orientiert sich am Original, am Konzert auf einer Bühne. Auch wenn die Aufnahmen in einem Studio stattfinden, werden sie so bearbeitet, dass der Eindruck einer Konzertbühne vor dem Musikhörer entsteht. So hören wir Konzerte: Die Musiker spielen vor uns. Sie fliegen nicht diagonal über uns hinweg. Sie stehen auch nicht hinter uns oder auf einen grossen Saal verteilt, wenigstens nicht akustisch, sondern höchstens physisch, mit einem Headset, damit sie sich zeitgleich hören und überhaupt synchron spielen oder singen können.

II. Stereo ist einfach
Die Stereo-Wiedergabe vermochte sich durchzusetzen, weil sie einfach ist. Bei Mono hatte man einen Lautsprecher und bei Stereo deren zwei. Das liess sich in Wohnräumen realisieren. Schon die schnell vergessene Quadrophonie … Read More »


Der Mono-Mythos

Posted on Dezember 7th, by Christian Wenger in Analog. 1 Comment

Viele Vinyl-Liebhaber hören (wieder) Mono-Aufnahmen. Einige von ihnen geben monaural aufgenommener Musik sogar den Vorzug. Hier ist mein Versuch, die Fakten und Mythen darzulegen.

Gute Mono-Aufnahmen haben eine gewisse Intensität, die mich persönlich sehr beeindruckt und emotional berührt. Fachleute wie der Schweizer Alexander Bärtschi nennen eine Reihe von Gründen, warum wir bei Mono-Aufnahmen emotional intensiver angesprochen werden als bei Stereo-Aufnahmen.

Dabei hörten wir immer Stereo
Der Mensch ist wie praktisch alle Säuger ein stereophones Wesen. Dank der Position der Ohrmuscheln am Kopf, sind wir in der Lage, räumlich zu hören und in begrenztem Mass sogar dann, wenn nur noch ein Ohr funktioniert. Vergleiche: Der akustische Zweck der Ohrmuschel. Wir sind es also seit langer Zeit gewohnt, stereophon zu hören und wir verdanken dieser Eigenschaft nach allgemeiner Auffassung unter anderem unseren evolutionären Erfolg.

„Mono beanspruche unser Gehör weniger“.
So lautet die Erklärung, wenn es darum geht, monophone Aufnahmen in Bezug auf Ihre Dimensionalität und Ihre subjektiv empfundene Wirkung zu ergründen. Tatsächlich fehlen den monophonen Aufnahmen eine Dimension, diejenige der Breite, nicht aber die Tiefe und die Höhe. Aus Sicht des Hörerlebnisses fehlt also ein Drittel des Raumgefühls, welches durch den wiedergegeben Schall erzeugt werden kann. Ich bezweifle aber, dass unser Gehör bzw. unsere beiden Hörzentren im … Read More »


Zukunft der Hifi-Fachmedien

Posted on November 30th, by Christian Wenger in Analog, Digital, Lautsprecher & Verstärker. No Comments

Vor geraumer Zeit hatten Audio-Fachzeitschriften das Wort, weil sie die Produkte der Hersteller testeten und bewerteten und dem Musikhörer Entscheidungsgrundlagen zur Verfügung stellten. Heute ist das nicht mehr so. Das stellt man fest, wenn man analysiert, wie die grossen Marken ihre Haut zu Markte tragen und wie sich die Kunden informieren.

Beispiel
Die Prestige-Marke Bang & Olufsen stellt sich dem Wettbewerb schon lange nicht mehr. Statt sich qualitativ mit anderen Brands im Sinn eines Wettkampfs zu vergleichen, besteigt sie gleich von Anfang an das Podest, ohne sich um den Wettkampf zu scheren. Mit Erfolg muss man feststellen: Viele potenzielle Käufer glauben, was ihnen serviert wird, weil sie den Wettbewerb gar nicht wahrnehmen. Wer laut schreit wird zuerst gehört. – Das moderne Prinzip des Marktschreiers, dem die ganze Aufmerksamkeit gehört.

Andere „Brands“ haben es ihnen gleich getan. Statt mit hoher Qualität und Überzeugung um die gute Position in einem Konkurrenzumfeld zu kämpfen, stellen sie sich als eigene Klasse dar. Die Grundpfeiler dieser selbst provozierten Alleinstellung sind meistens die folgenden:

Hohe Marketing-Budgets
Auffälliges Design
Hohe Preise
Nutzung von Life Style Medien

Man begibt sich einfach auf ein anderes Spielfeld mit vielen neuen Zuschauern.

Fatale Spezialisierung der klassischen Fachmedien
Während sich bedeutende Fachmessen am Beispiel der High End in München bemühen, das Konzept … Read More »