Tag: Lathe

Innovative Schallplattenindustrie

Posted on März 16th, by Christian Wenger in Analog. No Comments

Es tut sich etwas. Die Schallplattenhersteller können nicht ewig auf historischen Anlagen produzieren. Die Nachfrage ist zu gross. – Tendenz steigend. Hier sind zwei aktuelle Innovationen:

Das Kanadische Unternehmen Viryl Technologies entwickelte eine moderne und vollautomatisierte Produktionslinie für Schallplatten. Damit bringt man einen hohen Automatisierungsgrad zu den Herstellern und das führt zu einem deutlich grösseren Produktionsausstoss bei hoher Qualität. Man darf nicht vergessen, dass in den goldenen Zeiten der Schallplatte viele Arbeitsschritte manuell ausgeführt wurden und so ist das auch heute, wenn man die alten Anlagen wieder betreibt. Das soll sich nun ändern. Einen umfassenden Bericht finden Sie hier.

Der in Tulln (Österreich) ansässige Rebeat Digitalvertrieb hat gemeinsam mit dem Forschungszentrum Joanneum Research eine Methode entwickelt, mit der Schallplatten mit längerer Spieldauer und einem größeren Frequenzumfang hergestellt werden können. Dabei geht es um ein Laser-Verfahren zur Herstellung der Pressmatritzen. Die Methode soll den altbewährten „Lathe“ ablösen. – Der Schneidkopf, mit dem die Lackfolie geschnitten wird.

Das Verfahren soll Arbeitschritte einsparen, weil man mit dem Laser direkt Metall „schneiden“ bzw „ritzen“ kann. Man könnte also die Pressmatritzen direkt bearbeiten, ohne Umwege von der Lackfolie über Galvanik usw. Das Verfahren soll zudem schneller und präziser sein. Auch verspricht man sich eine um ca. 30% längere Spieldauer … Read More »


Digital-Vinyl

Posted on November 3rd, by Christian Wenger in Analog. No Comments

Sind Vinylschallplatten überhaupt noch analoge Tonträger? Vordergründig sind sie das bestimmt, man sieht es ihnen an. Mit ihrer Produktion verhält es sich allerdings anders. Dort ist digitale Bearbeitung nicht mehr wegzudenken.

Wenn man eine Vinylschallplatte kauft oder besitzt, die z.B. in den 1960er Jahren hergestellt wurde, dann besitzt man einen durchgängig analogen Tonträger. Kauft man sich aber heute eine Neupressung derselben Schallplatte, dann ist das grösstenteils nicht mehr der Fall. Selbst dann nicht, wenn dasselbe analoge Masterband verwendet wurde.

Analogtechnik bis Ende der 1970er Jahre
Damals erfolgte die Aufnahme analog und führte zum sog. Masterband. Daraus wurde mit dem Lathe eine Lackfolie geschnitten. Daraus entstand dann in einem mehrstufigen Prozess die Pressmatritze für beide Seiten der Schallplatte und damit wurde produziert.

Digitaltechnik ab Ende der 1970er Jahre
Plötzlich gab es „Digital Recording“. Anfänglich wurde ebenfalls ein Masterband produziert, aber es enthielt digitale Informationen, also Daten. Die Daten wurden mit damals üblichen D/A-Wandlern in ein analoges Signal umgewandelt. Der weitere Prozess blieb sich gleich.

Re-Mastering und Restaurierung
Als die Schallplatte um die Jahrtausendwende wieder vermehrt in Mode kam, wurde sie wieder neu produziert. Es gab von den alten Schallplatten in neuwertigem Zustand nur noch geringe Lagerbestände und Originale aus der Zeit auf dem Gebrauchtmarkt zu kaufen. Die analogen … Read More »


Klingen Schallplatten besser?

Posted on Mai 23rd, by Christian Wenger in Analog, Musikhören. No Comments

Für die einen ist das ein klarer Fall und wird mit JA beantwortet. Für die anderen bestehen Zweifel an der klanglichen Überlegenheit von Vinyl-Schallplatten. Hier einige Fakten und Erfahrungen mit dem ‚vinylen Gutklang‘.

Auch viele Anhänger der hochauflösenden digitalen Musikwiedergabe räumen ein, dass Musik von Schallplatten klanglich überlegen sein kann, sofern die Qualität der Schallplatte (Pressung), der Aufnahme und die Qualität der Komponenten (Laufwerk, Tonarm, Tonabnehmer und Phono-Verstärkung) stimmt. Auf der Suche nach Gründen für das Phänomen kristallisieren sich die folgenden möglichen Ursachen heraus:

Frequenzumfang:
Lange Zeit wurde der grössere Frequenzbereich der Schallplatte als Ursache genannt. Die Schallplatte kann Frequenzen bis ca. 40kHz speichern. Instrumente erzeugen tatsächlich messbare Oberwellen bis in diesen Grenzbereich. Aufnahme-Mikrophone können das übertragen und die Tonabnehmer ebenfalls. Bei den Lautsprechern und Kopfhörern sind hingegen Grenzen gesetzt, genau wie beim Gehör. Bei einem Menschen mittleren Alters ist bei 16kHz spätestens Schluss. Der Einfluss dieser Oberwellen auf die Wellenform tieferer Oberwellen ist nicht schlüssig nachweisbar. Seit die digitale Musikwiedergabe mit hoher Auflösung aber ebenfalls in diesen Frequenzbereich vorstösst, hat diese mögliche Ursache endgültig an Bedeutung eingebüsst.

Grundgeräusch:
Die Schallplatte erzeugt beim Abspielen ein Grundgeräusch in Form eines deutlich wahrnehmbaren Rauschens, welches auch tieffrequente Anteile enthält. Das Grundgeräusch vermischt sich mit dem massiv lauteren … Read More »