Verschärfung der Urheberrechte in den USA


Posted on Dezember 3rd, by Christian Wenger in Musikhören, Radio. No Comments

Verschärfung der Urheberrechte in den USA

Die Urheberrechte von Musikern (Komponisten und Textern) sollen in den USA verschärft und der Zeit angepasst werden. Die Vorschläge des Copyright Office werden dem Kongress unterbreitet.

US-Amerikanische Medien berichten über ein Paket an Vorschlägen, welches die Musikindustrie zu Gunsten der Urheber durchschütteln wird. Musik-Verleger, Produzenten, Radiosender und Musikstreaming-Dienste werden in die Pflicht genommen. Der 245 Seiten umfassende Bericht des Copyright Office verspricht die radikalste Anpassung seit mehr als 50 Jahren.

Veraltetes Urheberrecht
Die heute geltenden Bestimmungen stammen aus einer Zeit, als Platten und Tonbänder an Musikkonsumenten verkauft wurden. Sie sind überholt, denn Musik wird immer öfter als digitales Medium via Internet bezogen. Dort herrschen Flat-Rates nach dem Giesskannenprinzip und undurchsichtige „Deals“. Die vorgeschlagenen Änderungen verlangen strukturelle Anpassungen des Systems und sollen zu Gunsten der Urheber mehr Transparenz schaffen. Man plant autoritäre Eingriffe in das bestehende System.

Radiostationen fallen unter „öffentliche Aufführungen“
Radiosender, welche terrestrisch oder über Satelliten senden, sollen in den USA neu unter das „Puplic Performance Right“ fallen, wodurch sie die Urheber der ausgestrahlten Musik entschädigen müssen. Bisher war das nicht der Fall. Man betrachtete die Werbewirkung zu Gunsten der Urheber als genügenden Lohn. Radiosender würden somit gleich behandelt wie Konzertveranstalter oder Club-Betreiber.

Keine Selbstbedienung für Musikstreamingdienste mehr
Auch Streamingdienste (Spotify, Pandora, Tidal etc.) kommen nicht ungeschoren davon, sollten Massnahmen wie auch Urheberrechts-Zahlungen für Musik die vor 1972 entstand, durchgesetzt werden. Dazu sollen Urheber von Musik auch das Recht erhalten, Streamingdiensten die Veröffentlichung ihrer Musik zu untersagen, ungeachtet der Verträge, die die Streamingdienste mit den Labels abgeschlossen haben. Die Urheberrechtsgebühren sollen zudem flexibilisiert werden. Sie sollen verhandelbar werden, was Urhebern gefragter Musik mehr Einnahmen bringen dürfte, wenn Streamingdienste auf ihre Musik nicht verzichten wollen/können.

Der politische Prozess..
…wird erwartungsgemäss langwierig und kompliziert werden, geprägt durch kontroverse Ansichten, Debatten und massives Lobbying der Interessengruppen.

Höhere Kosten, besserer Lohn
Musiker und/oder Komponisten, Songwriter und Texter können auf mehr und fairen Lohn hoffen, wenn die vorgeschlagenen Massnahmen in etwa umgesetzt werden. Die Konsequenz sind höhere Kosten, die an die Musikkonsumenten abgewälzt werden müssen, was die Businessmodelle der Streamingdienste und auch Radiosender einer Anpassung unterziehen dürfte. Die Investoren von Spotify et all dürften auch hellhörig werden.

Womöglich sind die Zeiten bald vorbei, die es uns ermöglichen, für ein paar Dollar monatlich alle Musik der Welt pausenlos zu konsumieren. Das ist recht so, denn Musik ist unabhängig von Geschmack und Präferenz ein wertvolles Kulturgut. Musik verkörpert einen Wert, der bezahlt werden muss, zugunsten derer, die sie erschaffen.

 





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