Perfekte D/A-Wandler – Knowhow aus dem Tonstudio


Posted on Mai 18th, by Christian Wenger in Analog, Digital. No Comments

Perfekte D/A-Wandler – Knowhow aus dem Tonstudio

Perfekte D/A-Wandler kommen vermehrt von Herstellern aus dem Pro-Audio Bereich. Woran liegt das?

Der D/A-Wandler wurde für Hifi erstmals bei den CD-Spielern eingesetzt, als Komponente oder externes Gerät. Dem Redbook-Standard folgend verarbeiteten diese Wandler eine Wortbreite von 16 Bit bei einer Samplingrate von 44.1 kHz. Im Tonstudio wurden bereits deutlich vor 1982, dem Einführungsjahr der CD, D/A-Wandler eingesetzt und daran hat sich nichts geändert. Die Entwicklung der digitalen Aufnahmetechnik begann vor der digitalen Musikwiedergabe und der Qualitätsanspruch war im Tonstudio stets höher, weil man schon sehr lange mit 24 Bit und heute mit mindestens 192 kHz Samplingrate arbeitet. Die digitale Musikwiedergabe war lange Zeit ein Kompromiss gegenüber der überlegenen Studiotechnik.

Das Tonstudio von heute arbeitet (man möge mich da korrigieren) von A bis Z digital. Das Mikrophonsignal oder Tonabnehmersignal (bsp. Gitarre) wird digitalisiert und alle Arbeitschritte erfolgen digital. Das eröffnetet unglaubliche Möglichkeiten vom Abmischen bis zum Mastering. Die Hersteller dieser Studiotechnik arbeiten also schon über 30 Jahre im digitalen Feld. Einige von ihnen haben sich dann auch der Hifi-Technik zugewandt, um mit ihrem Knowhow ein neues Geschäftsfeld zu erschliessen, mit Erfolg.  Demgegenüber hatten es viele klassische Hifi-Gerätehersteller schwer, eigene Produkte wie D/A-Wandler zu entwickeln, weil der Knowhow-Vorsprung der Studiotechnik-Anbieter unüberwindbar scheint. Viele suchen heute ihr Heil in Kooperationen mit dem Profi-Lager über die Zulieferung von Wandler-Platinen bis hin zu OEM-Konzepten. Letzteres beinhaltet die komplette Entwicklung und Herstellung z.B. eines D/A-Wandlers durch ein spezialisiertes Unternehmen.

Die progressiveren Musikhörer setzen immer mal wieder Studiogeräte in Ihren Musikanlagen ein, aufgrund der jeweils momentanen Überlegenheit oder weil es die Geräte von Hifi-Herstellern so noch gar nicht gab. Ein Beispiel sind A/D-Wandler für den Einsatz (Digitalisierung) bei Vinyl-Aufnahmen oder solchen von analogen Tonbändern. – Es gibt kaum A/D-Wandler von Hifi-Herstellern. Im Tonstudio sind sie allgegenwärtig. Der D/A-Wandler ist nach der Abkehr vom Redbook-Standard für digitale Quellen wie Computer oder Streaming Clients für die Musikwiedergabe sehr wichtig geworden. Viele Top-Wandler kommen aus dem professionellen Bereich z.B. von Weiss Engineering oder Antelope.

Ein wichtiges Element jedes Top D/A-Wandlers ist der Clock oder Taktgenerator. Die Exaktheit des Clocks (Taktbreite) ist verantwortlich für die Exaktheit des Auslesens der Samples. Schwankt die Taktbreite so nennt man das Jitter. Tonstudios setzen sehr hochwertige Clock-Generatoren ein. Diese können auch bei D/A-Wandlern in der Musikwiedergabe Einsatz finden, v.a. bei Produkten, die von Herstellern der Studiotechnik stammen. Ein Beispiel dafür finden Sie hier.

Gerade im Bereich der digitalen Komponenten für Musikwiedergabe zeigt sich das fortschreitende Zusammenspiel von Herstellern der Hifi-Technik und der Studiotechnik zum Vorteil der Musikhörer. Die digitale Musikwiedergabe bringt die unterschiedlichen Klangphilosophien von Profis und Musikhörern vermehrt in Einklang, denn hier geht es um Bits und Bytes, um Rechenoperationen und Algorithmen und weniger um Klang-Esotherik, Material-Philosophie und exzentrisches Design. Dafür hat es nach dem Analogausgang des D/A-Wandlers ja noch genung Platz.

 





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