Die Hi-Res Initiative


Posted on März 27th, by Christian Wenger in Digital, Musikhören. No Comments

Die Hi-Res Initiative

Neil Young, SONY und andere lancieren eine glaubhafte Initiative, mit dem Zweck, hochauflösende Musikformate einem breiteren Publikum zugänglich zu machen.

Neil Young lanciert Pono Music. Mit dem Pathos des qualitätsbewussten Rock-Musikers versucht Young mit einer glaubwürdigen Botschaft Musikhörer auf breiter Front von den emotional spürbaren Vorteilen hochauflösender Musik zu überzeugen. Pono Music lanciert demnächst ein mobiles Gerät, primär für den Anschluss von Kopfhörern, kombiniert mit einer Download-Plattform, die den Kauf unterschiedlicher Musikqualität bei grossem Repertoire auf einfache Weise ermöglicht. Im Grunde ist Pono Music nicht gerade eine Weltneuheit, da es mobile Geräte für die Wiedergabe hochauflösender Musikformate bereits seit einiger Zeit gibt und zwar primär von Astell & Kern.

Getreu den früheren Erkenntnissen, die bei Apple zu iPod, iTunes und dem iTunes Store führten, lanciert Pono nicht nur ein erschwingliches Gerät für die Wiedergabe, sondern auch eine Infrastruktur für den Kauf der Musik. Daran mangelte es bislang, weil man wie in dem MP3-Zeiten vor iTunes ein wenig überall und ein wenig nirgends Titel und Alben herunterladen konnte. – Mit uneinheitlichen Prozeduren. Das ist nicht mehrheitsfähig und nur etwas für uns Aficionados.

Man beklagt in der Audio-Branche zwar eine zunehmende Ignoranz der Konsumenten gegenüber hoher Musikqualität, einschlägige Marktforschung (Bsp. SONY) zeigt aber ein anderes Bild: 70% der befragten Musikhörer wünschen sich bessere Qualität und würden dafür auch mehr bezahlen. Das bewog SONY als Mainstream-Marke, seine neusten Audiogeräte auf hochauflösende Musikformate zu trimmen, auf Hi-Res, wie sie es nennen. Inzwischen bietet Sony eine beeindruckende Palette dieser Audiogeräte an und propagiert Hi-Res gerade wie HDTV oder 4K. Sogar der moderne Nachfolger des Walkman ist nun Hi-Res-fähig geworden.

20140326-DSCF2711

Und so rauschen die Blätter im Wald zunehmends vernehmlicher. Dabei geht es bei Lichte betrachtet um Trend-Setting: Der durchschnittliche Musikkonsument wird nicht von einem Tag auf den anderen audiophil, ist aber nach wirkungsvoller Überzeugungsarbeit bereit, die Story zu glauben und den ausgetretenen Weg zu verlassen. Hi-Res ist ein Populärbegriff und wird als logische Konsequenz wie HD als besser und somit richtiger interpretiert.

Nun scheint es wichtig, dass Musikproduzenten wieder Qualitätsarbeit leisten (mehr Dynamik und weniger Kompression) und dass die Hi-Res-Initiative auch einfache und umfangreiche Portale für den Kauf dieser Musik zur Verfügung stellt. Verschiedene Kooperationen mit Musikanbietern wie HD-Tracks sind bereits mehr als nur angedacht.

Ob es die immer beliebteren Musik-Streamingdienste schaffen, höhere Datenmengen als CD-Qualität anzubieten, darf erhofft werden.





Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.