Apple Music!


Posted on Juni 9th, by Christian Wenger in Digital, Musikhören, Radio. No Comments

Apple Music!

Endlich präsentiert Apple die Lösung, um die rückläufigen Umsätze von iTunes wett zu machen. Wie tun sie das und wird es ihnen gelingen?

Streaming-Dienste wie Spotify haben Apple die Suppe schon gründlich versalzen, wenn auch auf Pump, denn das Geld kommt immer noch von den Investoren. Spotify schreibt fette rote Zahlen und hat ein Image-Problem: Sie werden beschuldigt, die Musiker auszubeuten und immer mehr Musiker wehren sich dagegen. Apple muss eine Menge Zucker reinschütten, um nicht in dasselbe Fahrwasser zu gelangen.

Apple bringt nun als Pflaster für ihren Stein im Schuh eine Total-Lösung, um sich wieder an die Spitze der Musikdistribution zu schwingen. Apple Music beinhaltet:

  • einen Streamingdienst auf Basis des riesigen iTunes Katalogs.
  • ein Internet-Radio namens Beats1.
  • eine Connect-Plattform, wo sich Fans und Bands „begegnen können“.

Der Dienst kostet den Nutzer 3 Monate lang nichts und schlägt dann mit $ 9.99/Monat zu Buche oder $ 14.99/Monat für Familien mit bis zu 6 Personen. – USA-Preise.

Was steckt dahinter?
Streamingdienst und Beats1 ist alter Wein in neuen Schläuchen. Das war ja lange fällig. Einziger Vorteil: Alles auf derselben App (zusammen mit allem, was man mit iTunes so zusammen gebröselt hat). Beides bekommt man heute aber kostenlos, wenn man Werbung akzeptiert. Etwas findiger ist das, was sie als direkten Kontakt mit den Musikern bezeichnen (Connect). Die Musiker können sich auf Apple Music direkt vermarkten und ihre Fans können sich mit ihnen aufs gemeinsame Sofa setzen. Dort gibt es Texte, Songs und Videos und damit ist auch Youtube ins Visier genommen.

Wiedergabelisten werden gleich vorgefertigt angeboten. Kuration wird das genannt und erinnert ein wenig an Kultur. Es erinnert natürlich an Genius und man beabsichtigt damit, die Spotify etc. – Nutzer von ihren dort hinterlegten Playlisten abzubringen. Der Kampf hat begonnen.

Vermutlich wird auch ein Image-Ziel angestrebt: Die gebeutelten Musiker können sich endlich als glückliche Musiker präsentieren/vermarkten und negative Presse wie bei Spotify könnte ausbleiben. – Bis man eines Tages dann erfährt, wie Apple Music mit den Musikern wirklich abrechnet.

Die Jugend im Fokus
Die ganze Kampagne zielt auf junge Musikhörer ab. Es geht um Bands und Beats, nicht um Interpreten und Werke. Das kommt nicht von ungefähr, aber auch die 50+ Generation mochte iTunes und beschert Facebook die vergleichsweise höchsten Zuwachsraten. Sie werden wieder einmal ausgelassen, die Rock-Omas und -Opas, die auch mal das Forellenquintett und Charlie Parker hören wollen.

Apple Music wirkt auf den ersten Blick wie ein Rundumschlag. Man hat sich lange Zeit gelassen und will jetzt alles in einem Handstreich. Erfahrungsgemäss bringt das nicht immer den Erfolg. Für das Konzept sprechen unkritische Konsumenten und die Integration der Angebote auf einer App. – Appleapp. Dass Apple’s eigene Programmiersprache SWIFT nun Open-Source wird, lässt aufhorchen. Schwer zu sagen ob Steve Jobs das gewollt hätte, aber das spielt nun auch keine Rolle mehr.

Besitzen tut man am Ende nichts. Es ist ein weiterer Mietvertrag.





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