Category: Musikhören

Tonträger in 20 Jahren?

Posted on Dezember 23rd, by Christian Wenger in Analog, Digital, Musikhören. 2 comments

CD-Verkäufe im freien Fall !! Vinyl boomt !! Hi-Res Audio !! Downloads und Streaming was das Zeug hält: Ein Versuch die Zukunft der „Tonträger“ oder sogar der reproduzierten Musik zu erklären…

Das ist nun wirklich nicht eben einfach…aber spannend. Die digitale Speicherung und Wiedergabe von Musik hat gerade in den vergangenen 15 Jahren enorme Fortschritte gemacht. In jeder Hinsicht: Klangqualität, Anwendbarkeit, Preis und Repertoire, es scheint keine Grenzen zu geben. Die Musik hat die Leitplanken des Tonträgers durchbrochen. Gleichzeitig werden wieder neue Presswerke für Vinyl-Schallplatten installiert. Gerade die Renaissance der Schallplatte erhellt die Einsicht, worauf es beim Musikhören in Zukunft ankommen wird.

Zum Anfassen oder nur noch in der Cloud?
Beides, lautet meine Prognose. Man wird Musik so nehmen (und kaufen) wie es am meisten Spass macht. Man wird sich für den praktischen, mobilitätsfreundlichen Weg entscheiden, oder für den lustvollen Haptischen. Wir sind nicht einförmige Konsumenten, sondern Individualisten, mal unterwegs, mal an einem gemütlichen vertrauten Ort. Wenn es in 20 Jahren noch Bücher gibt und daran zweifelt niemand, dann wird es auch Tonträger geben.

Wohin mit der CD?
Die CD-Verkäufe haben in den vergangenen Jahren stark abgenommen. Jedoch ist die CD noch immer der mit Abstand am meisten verkaufte Tonträger. Selbst wenn sich darauf nur … Read More »


Verschärfung der Urheberrechte in den USA

Posted on Dezember 3rd, by Christian Wenger in Musikhören, Radio. No Comments

Die Urheberrechte von Musikern (Komponisten und Textern) sollen in den USA verschärft und der Zeit angepasst werden. Die Vorschläge des Copyright Office werden dem Kongress unterbreitet.

US-Amerikanische Medien berichten über ein Paket an Vorschlägen, welches die Musikindustrie zu Gunsten der Urheber durchschütteln wird. Musik-Verleger, Produzenten, Radiosender und Musikstreaming-Dienste werden in die Pflicht genommen. Der 245 Seiten umfassende Bericht des Copyright Office verspricht die radikalste Anpassung seit mehr als 50 Jahren.

Veraltetes Urheberrecht
Die heute geltenden Bestimmungen stammen aus einer Zeit, als Platten und Tonbänder an Musikkonsumenten verkauft wurden. Sie sind überholt, denn Musik wird immer öfter als digitales Medium via Internet bezogen. Dort herrschen Flat-Rates nach dem Giesskannenprinzip und undurchsichtige „Deals“. Die vorgeschlagenen Änderungen verlangen strukturelle Anpassungen des Systems und sollen zu Gunsten der Urheber mehr Transparenz schaffen. Man plant autoritäre Eingriffe in das bestehende System.

Radiostationen fallen unter „öffentliche Aufführungen“
Radiosender, welche terrestrisch oder über Satelliten senden, sollen in den USA neu unter das „Puplic Performance Right“ fallen, wodurch sie die Urheber der ausgestrahlten Musik entschädigen müssen. Bisher war das nicht der Fall. Man betrachtete die Werbewirkung zu Gunsten der Urheber als genügenden Lohn. Radiosender würden somit gleich behandelt wie Konzertveranstalter oder Club-Betreiber.

Keine Selbstbedienung für Musikstreamingdienste mehr
Auch Streamingdienste (Spotify, Pandora, Tidal etc.) kommen nicht … Read More »


Warum tut man sich das an? – aktualisiert –

Posted on November 20th, by Christian Wenger in Digital, Musikhören. 1 Comment

Devialet getraut sich einiges mit hochwertigen Verstärkern und einem seltsamen Partylautsprecher, der dem Cyborg einer Meeresschnecke gleicht. Wie man mit „Phantom“ und „Heizplatte“ den Markterfolg erzwingen will.

Was unternehmen, wenn man viel Geld und wenig zu tun hat? Man gründet ein High End HiFi-Unternehmen. Ich gebe zu, dass ist sarkastisch aber eben auch manchmal wahr. Bei Devialet gibt es einige Anzeichen, dass es zutrifft. Da man das Geld hat, geht man gleich in die Vollen und tut einiges richtig. Die Verstärker sind innovativ, lassen sich mit einem on-line Konfigurator auf die Bedürfnisse anpassen. Man kann sogar die Anpassung des Tonabnehmers (Vinyl) konfigurieren. Firmware-Updates stehen auch zur Verfügung und mit Speaker Active Management kann man die Verstärker auf Passivlautsprecher vieler Hersteller ausrichten. Gute Ideen.

Sie klingen auch gut, so bestätigen es zahlreiche Tests in Fachzeitschriften und teuer sind die Geräte ebenfalls. Es gelang immerhin Kunden und Respekt zu gewinnen. Die Andersartigkeit der Devialet-Verstärker ist bei genauer Betrachtung allerdings nicht eindeutig vorhanden. Das Verstärkerprinzip ist patentiert aber irrelevant für die, die es nicht interessiert oder die, die es nicht verstehen. Die Konfiguration ist auch nicht überall erwünscht. Die Wärmeentwicklung gleicht der von Heizplatten. Man kann die Geräte an die Wand hängen, doch das … Read More »


Die musikalischen Reibräder

Posted on Oktober 31st, by Christian Wenger in Analog, Musikhören. 2 comments

Tragen die ein Geheimnis in sich? Warum die alten Plattenspieler von Garrard, Lenco und Thorens immer noch verehrt werden.

Da hat sich ein Fan-Kult entwickelt. Thorens TD124, Garrard 301 und Lenco L75 sowie weniger bekannte „idler wheels“ führen eine verborgene Hitparade an. Die Geräte wurden zwischen den späten 1950er Jahren bis in die 1970er Jahre gebaut. Heute werden sie aufwändig restauriert, umgebaut und ehrfürchtig betrieben. Es gibt zahllose Foren, Clubs und Fecebook-Gruppen. Die Analog-Fans tun gut daran, darüber Bescheid zu wissen, wollen sie unter sich ernst genommen werden.

Das Überleben dieser Geräte führte auch zur Renaissance alter Tonabnehmer-Systeme, allen voran Denon DL103 oder Ortofon SPU. Da sie nach einigen Jahren ausgetauscht werden müssen, werden sie immer noch praktisch unverändert hergestellt, wie damals in den 1950er und 1960er Jahren. Ähnliches gilt für alte Tonarme und passende MC-Spannungsverstärker mittels Step-Up-Trafos.

Als alles begann..
..steckte HiFi noch in den Kinderschuhen, war noch kaum geboren. Thorens und Garrard wurden eigentlich für den professionellen Einsatz entwickelt. Der anspruchsvolle Musikhörer wurde nur in zweiter Linie angepeilt. Privat finanzierte Radiosender und Hersteller von Schallplatten suchten erschwingliche Geräte für den harten Einsatz. Sie konnten sich die professionellen und teuren Decks von EMT etc. nicht leisten. In den 1960er Jahren stieg die Popularität … Read More »


Analog HiFi-Forum 2015

Posted on Oktober 7th, by Christian Wenger in Analog, Musikhören. No Comments

Analoger Musikgenuss aus der Vergangenheit bis in die Gegenwart und geradewegs in die Zukunft. Die Liebhaber von Vinyl & Co. treffen sich am 15.11.15 in Basel.

Eintritt frei! mehr Informationen finden Sie hier.


20 Hz bis 20 kHz?

Posted on September 12th, by Christian Wenger in Analog, Lautsprecher & Verstärker, Musikhören. 1 Comment

Wie ist der Audio Frequenzbereich heute noch einzuordnen? Hat das überhaupt noch eine Bedeutung? Hat es jemals eine gehabt?

20 Hz bis 20 kHz beschreibt den Frequenzbereich, den wir in etwa hören können. – Vorausgesetzt wir sind noch kleine Kinder. Erwachsene hören bis ca. 16 kHZ und ältere Menschen bis 12 kHz. Messungen des Hörvermögens stellen mit zunehmendem Lebensalter eine abnehmende Empfindlichkeit bei hohen Frequenzen fest. Heisst also nicht, dass wir dort gar nichts mehr hören würden.

Psycho-Akustiker stellen der Hörfähigkeit gerne die Hörerfahrung gegenüber. Ältere Menschen können mit dem, was das Gehirn in Jahren an Erfahrungen gemacht (gelernt) hat, Musik nicht nur differenzierter hören, sie können das sogar oft besser als junge Menschen mit noch uneingeschränkter Hörfähigkeit. Wer also glaubt, irgendwann gehörmässig zum alten Eisen zu gehören, der irrt. – Die Meinung ist aber weit verbreitet.

Instrumente und Stimmen erzeugen Oberwellen, die ca. 16 kHz erreichen. Mehr ist da nicht. Am anderen Ende werden 20 Hz gerade noch von der tiefsten Orgelpfeife unterboten, die wiederum selten zu hören sein dürfte. Bei hohen Frequenzen scheiden sich die Geister. Bei „recorded music“ also Musikwiedergabe schränken z.B. die Lautsprecher stark ein. Die wenigsten sind in der Lage < 30 Hz überzeugend zu reproduzieren. Wenn, dann … Read More »


Entwicklungsfortschritte in der Audio-Industrie

Posted on Juli 25th, by Christian Wenger in Analog, Digital, Lautsprecher & Verstärker, Musikhören. No Comments

Art Dudley von Stereophile USA zum Thema „Entwicklungsfortschritte in der Audio-Industrie“. – Provokativ aber relevant:

Im Vergleich zu den Errungenschaften in anderen Gebieten der Technologie, scheint es, als hätten die Audio-Ingenieure in den vergangenen 50 Jahren Blätter von Bäumen gepflückt und sie in Termitenhügel gesteckt.

Gewisse Entwicklungen waren sinnvoll: Hut ab vor allen Entwicklern von Tonarm-Lagern mit geringer Lagerreibung, Transformer, die Sättigungseffekten widerstehen und andere Juwelen, die den Älteren vorbehalten waren. Moderne Kondensatoren vollbringen wahre Wunder in einigen Anwendungen, moderne Widerstände ebenso. Silizium-Dioden, Gleichrichter und Regler sind sinnvoll. Die KT 120 ist eine gute Elektronenröhre. Moderne Kunststofftechnologie und Klebstoffe führten zu exzellenten Flächenstrahlern. Dank den Wundern der Wissenschaft können wir bis zu 80 Jahre alte Schallplatten reinigen.

„Produkte in allen Kategorien können kaum mehr bewegt oder gehoben, geschweige denn bezahlt werden“.

Es macht aber den Anschein, als dass die meisten Ingenieure der Audio Industrie den unwichtigsten Themen die grösste Beachtung schenkten. – Komplexe Kabel und ihre „integrierten Korrekturglieder“. Systeme, die Schallwellen von hinten und überall her auf die Hörer niedergehen lassen. Wireless hier, fernbedienbar dort, goldbeschichtet hier und karbonverstärkt dort. Produkte in allen Kategorien können kaum mehr bewegt oder gehoben, geschweige denn bezahlt werden. Deshalb, weil ihre Erfinder sich einzig die schiere Masse als … Read More »


Die Biene stach wieder zu…

Posted on Juni 23rd, by Christian Wenger in Musikhören. No Comments

Sie ist blond, schön, talentiert und sehr erfolgreich. Sie ist auch konsequent und setzt sich erneut für die Künstler in der Musikindustrie ein. Taylor Swift ist Sprachrohr der gebeutelten Musiker:

Im Grunde war das ein billiges Manöver von Apple Music, Musikschaffende während der Trial-Periode von 3 Monaten für Streams ihrer Musik nicht entschädigen zu wollen. Und dann nur die, welche bei unabhängigen Labels (Indies) unter Vertrag sind. Das ist vergleichbar, wie wenn ich ein neues Restaurant besuche und vom Wirt fordere, 3 Monate kostenlos zu speisen.

Damit ist Schluss und es ging sehr schnell. Taylor Swift parkierte an der Spitze einer aufgebrachten Herde von Musikern und warf das Steuer herum. Apple Musik ging in die Knie und änderte die Policy. Sie selbst hat es kaum nötig, um so eindrücklicher ist ihr Einsatz für die vielen Musikschaffenden, die es bitter nötig haben.

Das Beispiel zeigt, dass Musikschaffende etwas bewirken können, wenn sie sich gut organisieren, z.B. gewerkschaftlich. Sie können Tarifverträge einfordern und sie können streiken, wenn die Grossen im Musikgeschäft (Spotify, Apple Music, Pandora etc.) wieder einmal vergessen, woher die Musik kommt. Wird denn tatsächlich gestreikt, dann gibt es für ein paar Tage keine Popmusik zu streamen. Dies würde dann hoffentlich auch die Fans … Read More »


Apple Music!

Posted on Juni 9th, by Christian Wenger in Digital, Musikhören, Radio. No Comments

Endlich präsentiert Apple die Lösung, um die rückläufigen Umsätze von iTunes wett zu machen. Wie tun sie das und wird es ihnen gelingen?

Streaming-Dienste wie Spotify haben Apple die Suppe schon gründlich versalzen, wenn auch auf Pump, denn das Geld kommt immer noch von den Investoren. Spotify schreibt fette rote Zahlen und hat ein Image-Problem: Sie werden beschuldigt, die Musiker auszubeuten und immer mehr Musiker wehren sich dagegen. Apple muss eine Menge Zucker reinschütten, um nicht in dasselbe Fahrwasser zu gelangen.

Apple bringt nun als Pflaster für ihren Stein im Schuh eine Total-Lösung, um sich wieder an die Spitze der Musikdistribution zu schwingen. Apple Music beinhaltet:

einen Streamingdienst auf Basis des riesigen iTunes Katalogs.
ein Internet-Radio namens Beats1.
eine Connect-Plattform, wo sich Fans und Bands „begegnen können“.

Der Dienst kostet den Nutzer 3 Monate lang nichts und schlägt dann mit $ 9.99/Monat zu Buche oder $ 14.99/Monat für Familien mit bis zu 6 Personen. – USA-Preise.

Was steckt dahinter?
Streamingdienst und Beats1 ist alter Wein in neuen Schläuchen. Das war ja lange fällig. Einziger Vorteil: Alles auf derselben App (zusammen mit allem, was man mit iTunes so zusammen gebröselt hat). Beides bekommt man heute aber kostenlos, wenn man Werbung akzeptiert. Etwas findiger ist das, was sie als direkten … Read More »


Mehr Musik, weniger HiFi…

Posted on Juni 6th, by Christian Wenger in Lautsprecher & Verstärker, Musikhören. No Comments

Man hat zuweilen Schlüsselerlebnisse. Das geht den meisten Musikhörern so und dann entschwinden ganz plötzlich diese Fixierungen. Was kann man daraus lernen?

Wenn man von typischen Fixierungen spricht, dann sind die folgenden erwähnenswert:

Hornlautsprecher weisen Klangverfärbungen auf.
Breitband-Lautsprechern fehlt es oben und unten im Frequenzspektrum.
Papier-Membranen klingen nach Pappe.
Röhrenverstärker erzeugen einen warmen Klang.
Digitale Quellen klingen digital, Analogquellen analog.

…Alles Quatsch!

Wie entstehen die Fixierungen? – Folgende These:
Wir achten zu stark auf Klangeigenschaften und vergessen die Musik dabei. Es geht nicht um Klangeigenschaften. Es geht darum, dass wir vergessen können, eine Aufnahme zu hören. Je stärker wir uns auf Klangeigenschaften konzentrieren, desto weniger lassen wir uns von der Musik einfangen.

Musik ist nicht gleich Klang. Musik ist eine Kommunikation, die vom Musiker oder den Musikern ausgeht. Eine Sprache also, die wir unterbewusst verstehen bzw. auf die wir emotional reagieren. Bei reproduzierter Musik ist der Kommunikationsweg sehr lang, bei akustischer Live-Musik (ohne PA) ist er sehr kurz. Dazu kommt, dass bei Live-Musik im intimen Rahmen die Kommunikation auch vom Publikum zu den Musikern führt. Damit ergibt sich ein emotionaler Dialog.

Das ist bei reproduzierter Musik nicht möglich, weil das Konzert und das Hören zeitlich weit auseinanderliegen. Der Aufnahmeprozess muss also die Emotionen der Musiker, Ihre Sprache einfangen und speichern. Der … Read More »